Kaninchen
Haltung:
Obwohl das Kaninchen aus südlichen Gefilden stammt, kann es Hitze schlechter als Kälte vertragen. Als Höhlenbewohner und Dämmerungstier verbringt es die heiße Zeit des Tages im kühlen Bau. Bei schwülwarmer Witterung, insbesondere im Hochsommer oder bei direkter Sonneneinstrahlung auf Balkonen, kommt es häufig zu Todesfällen. Der Transport an heißen Tagen im Auto ist besonders gefährlich.
Die für Kaninchen optimale Umgebungstemperatur beträgt 18°C bei 40-60% Luftfeuchtigkeit. Als Einstreu eignen sich Stroh und Heu.
Ernährung:
Kaninchen weisen einen einhöhligen Magen mit nur sehr dünner Muskelschicht auf. Ein Erbrechen ist deshalb nicht möglich.
Der Magen ist stets gefüllt, erst nach längerer Nüchternphase ist er leer. Kaninchen haben einen auffallend großen Blinddarm, der im Extremfall einDrittel des Bauchraumes ausfüllen kann, dort erfolgt der mikrobielle Aufschluss, der im Dünndarm nicht verdauten Nahrungsbestandteile, insbesondere der Rohfaser.
Um diesen besonders vitaminreichen Nahrungsbrei besser auszunutzen, frisst das Kaninchen seinen Blinddarmstuhl. Dazu werden die kleinen, weichen Kotbällchen meist in der Nacht direkt vom After aufgenommen.
Blinddarmkot verklebt leicht mit den Haaren im Analbereich. Dies darf nicht mit Durchfall verwechselt werden. Um das Risiko von Verdauungsstörungen gering zu halten, sollte der Rohfasergehalt in der Nahrung bei erwachsenen Tieren, die keine Zuchtleistung vollbringen bis zu 22% betragen. Dieser hohe Gehalt kann durch mäßige Gabe von Grünfutter und Wurzelfrüchten und reichlicher Fütterung mit gutem Heu erreicht werden.
So wird einer Verfettung vorgebeugt. Übergewichtige Tiere neigen zu Haut-, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten.
Dem Kaninchen sollte stets frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.
Fortpflanzung:
Die Trächtigkeit dauert durchschnittlich 31 Tage (29-33). Bei einer Tragezeit von über 34 Tagen sind die Jungtiere meist tot. 1-2 Tage oder auch nur Stunden vor der Geburt zupft sich die Häsin Haare aus und baut daraus mit Stroh und Heu ein Nest. Die Wurfgröße beträgt zwischen 1 bis 12, bei Zwergkaninchen 3 bis 4 Jungtieren. Die Neugeborenen sind noch blind und ohne Behaarung. Nach 8-10 Tagen öffnen sie die Augen. Die Häsin säugt ihre Jungen meist nur eimal täglich für 3-5 Minuten.
Häufige Erkrankungen:
* Zahnerkrankungen: Schneide- und Backenzähne der Kaninchen wachsen lebenslang! Bei allen
Patienten mit mangelndem Appetit oder Anorexie ist eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle
von lebenswichtiger Notwendigkeit.
* Magenüberladung: Ursache ist meist eine übermäßige Aufnahme von Futter, das im Magen quillt
oder gärt.
* Enzephalitozoonose: Der Patient beginnt den Kopf schief zu halten. Diese Verdrehung kann Werte
bis zu 150° erreichen. Das Kaninchen ist schreckhaft und kann sich anfallsweise schraubenförmig
um die eigene Längsachse drehen.
* Kaninchenschnupfen
* Parasiten
* Scheinträchtigkeit
* Uterustumor