Meerschweinchen
Haltung:
Als Einstreu eignen sich nicht imprägnierte Sägespäne, darüber weiches Stroh und Heu zum Verstecken und Wühlen. Um Ballengeschwüren vorzubeugen sollte die Bodenschicht mindestens 4cm dick sein.
Eine Freilandhaltung ist grundsätzlich möglich, wenn ein trockener, gut isolierter Unterschlupf zur Verfügung steht, der im Sommer Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung bietet und im Winter zugfrei ist.
Als Fluchttiere sollte den Meerschweinchen die Möglichkeit zum Verstecken geboten werden. Geeignet ist ein tunnel- oder hüttenartiger, nach zwei Seiten offener, ausreichend dunkler Unterschlupf. Der Tunnel muss so breit sein, dass sie sich darin umdrehen bzw. aneinander vorbei kriechen können.
Bei Haltung in der Wohnung sollte der Raum gut belüftet und nicht überhitzt sein. Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 18-26°C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30-60%.
Ernährung:
Meerschweinchen nehmen ca. 100 kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich, daher ist ein regelmäßiges, kontinuierliches Futterangebot wichtig.
Als Grundfutter gelten Heu von guter Qualität und Gras was wichtig für die Verdauungstätigkeit und den Abrieb der Backenzähne ist (Rohfaser ca. 25%).
Verfüttert werden kann neben Gras: Löwenzahn, Mohrengrün, Petersilie, Salat, Karotten, Tomaten, Sellerie, Gurken, Äpfel, etc. Sauberes Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen. Ist keine ausreichende Vitamin-C-Versorgung (10-20mg/kg Körpergewicht pro Tag) über Grünfutter gewährleistet, sollte Vitamin C über das Trinkwasser verabreicht werden.
Fortpflanzung:
Die Trächtigkeitsdauer beträgt durchschnittlich 68 Tage. Die Neugeborenen sind voll entwickelt, wiegen 50-100 Gramm und sind in der Lage, sofort strukturiertes Futter aufzunehmen. Die Wurfgröße beträgt 2-3 Jungtiere. Meerschweinchen werden ca. drei Wochen gesäugt.
Häufige Erkrankungen:
* Zahnerkrankungen: Schneide- und Backenzähne von Meerschweinchen wachsen lebenslang. Bei
Patienten mit mangelndem Appetit oder Anorexie ist eine Untersuchung der Maulhöhle unbedingt
erforderlich.
* Sarkoptesräude: Die Tiere haben starken Juckreiz u.U. mit epileptiformen Anfällen, Haarverlust
und Hautverdickung. Häufig kratzen sich die befallenen Tiere selbst blutig.
* Lippengrind: Diese Erkrankung führt zu einer Verdickung der Lippen und zu nässenden Ekzemen
an Maulwinkeln und Lippen. Als Ursache gilt eine Resistenzminderung der Haut durch Mangel
an Vitamin A, B und C und div. Spurenelementen.
* Ballenentzündung und Ballenabszesse: meist bei gut genährten (übergewichtigen) Meerschweinchen
bei Haltung auf ungeeignetem Untergrund