Leonore Kozlik

 

dsc0095

Unsere pelzige Brigade umfasst 13 allerliebste Möpse.

Ich weiß, dass diese Rasse umstritten ist und im Kreuzfeuer steht bezüglich Qualzucht, doch keine anderen Lebewesen konnten die Türe zu meinem Herzen so öffnen wie meine kleinen Freunde. Ich kann somit die Aussage von Loriot nur bestätigen: Ein Leben ohne Mops ist möglich, jedoch sinnlos!

Ich werde oft gefragt: sind Sie Züchterin? Nein, ich bin keine Züchterin, meine Möpse sind meine Freunde, mein Hobby, mein Leben! Ich selbst bin von Beruf biomedizinische Analytikerin im Labor Prof.Dr.Hamwi in Linz.

Die nächste Frage, die mir oft gestellt wird lautet: wie kommt man nur zu so vielen Möpsen? Auch diese Frage lässt sich beantworten. Durch mein Herz für Tiere, im Speziellen für Möpse! Dazu vielleicht die Entstehungsgeschichte: Ich verlor sehr bald meine Eltern und ich hatte leider auch  nicht das Glück eigene Kinder zu haben. Dadurch machte sich eine gewisse Leere in meinem Leben breit, die das Mops-Geschwisterpaar Moritz und Molly zur Gänze füllten. Kurze Zeit später, hatte ich das große Glück, die Mutter der Beiden, Raffi, auch noch zu bekommen. Diese Idylle wurde jedoch durch einen fatalen Fehler eines Tierarztes zerstört, Raffi starb an einer Überdosis eines Narkosemittels. Molly und Moritz litten sehr unter dem Verlust der Mama und auch mein Herz blutete und ich musste zum ersten Mal erleben, wie sehr der Verlust eines geliebten Tieres weh tut. Es vergingen einige Wochen und ich bekam einen Anruf, ob ich nicht vielleicht die Halbschwester der verstorbenen Raffi zu mir nehmen möchte aufgrund einer Scheidung der Besitzer. Selbstverständlich stimmte ich zu und so kam Naomi zu  mir. Auch um ihr Leben musste ich bereits kämpfen, da auch dieses aufgrund einer Fehldiagnose am seidenen Faden hing.

Nachdem das alles überstanden war und um den Tod von Raffi zu verkraften, beschloss  ich  einen Ausflug nach Papa in Ungarn zu machen, wo die Wiege meiner Möpse bis heute steht und wie die Heimat meiner Beautiful Kelemen Mopsis aussieht. Zwischenzeitlich bin ich mit dem Züchter, Peter Kelemen, gut befreundet und wir schreiben uns oft. Nun, dort angekommen, liefen mir gleich zwei unheimlich süße Mopswelpen entgegen und ließen mich nicht mehr aus den Augen, Romeo und Kiwi. Sie krabbelten auf meinen Schoß, rollten sich zusammen und schliefen genüsslich ein. Ich verliebte mich auf der Stelle in die Beiden und fuhr natürlich nicht ohne sie heim. Sie heilten ein wenig meine Wunde, doch vergessen werde ich Raffi nie!

Nun hatte ich schon fünf pelzige Bewohner! Doch das Schicksal schlug wieder mal unbarmherzig zu. Einem guten Freund von mir entwischte Romeo beim Gassigehen und er rannte in ein Auto. Zum Glück überlebte er mit schweren Verletzungen. Seitlich hatte er vom Hals bis zum Becken eine offene Wunde und sein rechter Oberarm war unmittelbar über dem Ellbogen gebrochen. Das war die Nacht als Christian, Dr. Schwingshandl in mein Leben trat. Romeo wurde von ihm operiert und der Bruch mittels eines externen Fixateurs versorgt. Leider war Romeo unheimlich temperamentvoll und ich zu wenig streng, sodass Romeo´s Fixateur locker wurde und nachoperiert werden musste. Das war der Anfang eines langen Weges zur Heilung der Fraktur, die bis heute andauert. Es waren mehrere Eingriffe notwendig und zurzeit versuchen wir Romeo´s noch nicht ganz verheilte Fraktur und die sich inzwischen gebildete Arthrose mittels Stammzellen zu heilen bzw. dadurch seine Schmerzen zu lindern.

Während dieser ganzen Zeit des Bangens um Romeo, bekam ich einen Anruf von einer Züchterin aus Deutschland, die mir mitteilte, dass sie von meinem Verlust von Raffi gelesen hat und dass sie die leibliche Schwester von Raffi jetzt abgibt, da sie durch einen Kaiserschnitt nicht mehr zuchttauglich ist. Mich hielt nichts mehr zurück, dort musste ich hin, um Ronny zu holen, um ihr eine schöne Pension zu bereiten. Gesagt, getan! Wir starteten den weiten Weg und als wir ankamen, kam uns auch schon ein pelziges Wollknäuel, Ronny, entgegen. Sie sieht ihrer Schwester Raffi zum Verwechseln ähnlich und ich schloss sie überglücklich in meine Arme. Doch das war nicht alles! Auf einmal kam ein kleines apricotfarbiges Männchen herein und wurde mir als Big Mac vorgestellt. Dieses kleine Wesen hatte es auf meinen Freund Peter abgesehen. Es war Liebe auf den ersten Blick und seitdem sind Mecki, wie wir ihn zwischenzeitlich nennen, und er unzertrennlich. Leider stellte sich nachher heraus, dass Mecki an einem Kehlkopfkollaps litt und immer wieder kollabierte durch seine Atemluftprobleme. Dieses Problem konnte ich zum Glück durch eine Operation in Leipzig bei Prof.Dr.Oechtering lösen. Kein Weg war zu weit und keine Kosten zu hoch um Mecki´s Lebensqualität wieder herzustellen. Seitdem ist Mecki der glücklichste, beschwerdefreie Mops, den es gibt.

Zu guter Letzt präsentierte mir die Züchterin aus Deutschland auch noch ein herziges schwarzes Mopsbaby, das nach Amerika kommen sollte, jedoch daraus nichts wurde, weil sie Zwingerhusten hatte. Sie konnte nicht vermittelt werden, da sich dieser Husten als unwahrscheinlich hartnäckig erwies. Ich brachte es nicht übers Herz die kleine Lahja im Stich zu lassen und erklärte mich bereit, auch sie mitzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Ein Jahr dauerte es, bis Lahja diesen Husten besiegte und nun ist sie der kleine schwarze Wirbelwind der Mopsbrigade.

Nun war meine Mopsfamilie bereits achtköpfig bis im Sommer eine Dame von der Tierrettung mich verständigte, dass eine achtjährige schwarze Mopsdame Ilvy ein neues zuhause sucht, da ihre Besitzerin sie durch ihre Schwangerschaft weggeben muss, da ihr Mann darauf besteht. Als Ilvy kurze Zeit später daraufhin zu mir hereintapste und mich mit ihren schwarzen Knopfäuglein so liebevoll anschaute, sagte ich nur mehr: lassen sie Ilvy bei mir!

Kaum war Ilvy bei mir,  deckte unser Mecki unsere Mopsdame Kiwi  und 2 Monate darauf brachte Dr.Schwingshandl vier süße Welpen, 3 Mädchen Alice, Amanda und Amelie und ein Mopsmanderl Amigo, zur Welt. Da Mecki jedoch der Papa ist, waren beim Amigo Luftprobleme bereits vorprogrammiert. Um ihm ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen, stimmte ich einer OP zu, um mittels Lasertechnik sein Naserl frei zu bekommen. Und wiederum schlug das Schicksal unbarmherzig zu. Amigo´s kleines Herz stand während der OP still und er wachte nicht mehr auf. Unbeschreiblich ist der Schmerz, der mich in dem Moment traf, als ich diese Nachricht bekam. Und in diesem Moment, als ich die Hand eines Menschen gebraucht hätte, reichten mir 12 Mopsis ihre Pfoten.

Wie geht es nun weiter? Ich werde zu meinem Freund nach Ungarn fahren im Mai, der mir bereits einmal in meinem Schmerz beistand, mich vorige Woche anrief und mir mitteilte, dass die Mama vom Kiwi soeben ein kleines Mopsmanderl auf die Welt brachte, das er mir schenken möchte als Brüderlein für meine 3 kleinen Mäderl. Vielleicht finde ich in ihm Amigo´s Seele wieder und vielleicht kann dieses kleine Manderl meinen Schmerz lindern, doch werde ich auch Amigo nie vergessen!

Ich habe mein Leben meinen Mopsis gewidmet und ich werde für sie da sein bis zu meinem letzten Atemzug! Meine Liebe zu Tieren ist auch der Grund, warum ich Christian, Dr. Schwingshandl bei seiner Arbeit in der Tierklinik immer gern unterstützt habe.

 

dsc0089 dsc0072