Kleine Heimtiere

Meist sind es unsere Kinder, die sich kleine Heimtiere wünschen, manchmal aber auch wir Erwachsenen. Nicht selten fällt die Entscheidung zugunsten eines Kleintiers, weil wir meinen zu wenig Zeit für einen Hund oder eine Katze zu haben. Hierbei wird aber auch oft übersehen, dass auch diese kleinen Nager beschäftigt und umsorgt sein wollen. Das beginnt bei der gesunden Ernährung bis zur ärztlichen Versorgung und endet beim richtigen Verhalten im Umgang mit Kaninchen & Co.

Kaninchen

Das Halten von Heimkaninchen in der Gruppe ist wegen der Rangordnungskämpfe oft mit Schwierigkeiten verbunden.
Dennoch sollten mindestens zwei kastrierte Tiere zusammen gehalten werden. Eine Gewöhnungsphase in nebeneinander stehenden, getrennten Käfigen erleichtert die Freundschaft.
Die gemeinsame Haltung von unkastrierten Rammlern ist unmöglich. Häsinnen und kastrierte Rammler leben meist verträglich zusammen.

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Haltung:

Obwohl das Kaninchen aus südlichen Gefilden stammt, kann es Hitze schlechter als Kälte vertragen. Als Höhlenbewohner und Dämmerungstier verbringt es die heiße Zeit des Tages im kühlen Bau. Bei schwülwarmer Witterung, insbesondere im Hochsommer oder bei direkter Sonneneinstrahlung auf Balkonen, kommt es häufig zu Todesfällen. Der Transport an heißen Tagen im Auto ist besonders gefährlich.

Die für Kaninchen optimale Umgebungstemperatur beträgt 18°C bei 40-60% Luftfeuchtigkeit. Als Einstreu eignen sich Stroh und Heu.

Ernährung:

Kaninchen weisen einen einhöhligen Magen mit nur sehr dünner Muskelschicht auf. Ein Erbrechen ist deshalb nicht möglich.

Der Magen ist stets gefüllt, erst nach längerer Nüchternphase ist er leer. Kaninchen haben einen auffallend großen Blinddarm, der im Extremfall einDrittel des Bauchraumes ausfüllen kann, dort erfolgt der mikrobielle Aufschluss, der im Dünndarm nicht verdauten Nahrungsbestandteile, insbesondere der Rohfaser.

Um diesen besonders vitaminreichen Nahrungsbrei besser auszunutzen, frisst das Kaninchen seinen Blinddarmstuhl. Dazu werden die kleinen, weichen Kotbällchen meist in der Nacht direkt vom After aufgenommen.

Blinddarmkot verklebt leicht mit den Haaren im Analbereich. Dies darf nicht mit Durchfall verwechselt werden. Um das Risiko von Verdauungsstörungen gering zu halten, sollte der Rohfasergehalt in der Nahrung bei erwachsenen Tieren, die keine Zuchtleistung vollbringen bis zu 22% betragen. Dieser hohe Gehalt kann durch mäßige Gabe von Grünfutter und Wurzelfrüchten und reichlicher Fütterung mit gutem Heu erreicht werden.

So wird einer Verfettung vorgebeugt. Übergewichtige Tiere neigen zu Haut-, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten.

Dem Kaninchen sollte stets frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung:

Die Trächtigkeit dauert durchschnittlich 31 Tage (29-33). Bei einer Tragezeit von über 34 Tagen sind die Jungtiere meist tot. 1-2 Tage oder auch nur Stunden vor der Geburt zupft sich die Häsin Haare aus und baut daraus mit Stroh und Heu ein Nest. Die Wurfgröße beträgt zwischen 1 bis 12, bei Zwergkaninchen 3 bis 4 Jungtieren. Die Neugeborenen sind noch blind und ohne Behaarung. Nach 8-10 Tagen öffnen sie die Augen. Die Häsin säugt ihre Jungen meist nur eimal täglich für 3-5 Minuten.

Häufige Erkrankungen:

  • Zahnerkrankungen: Schneide- und Backenzähne der Kaninchen wachsen lebenslang! Bei allen Patienten mit mangelndem Appetit oder Anorexie ist eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle von lebenswichtiger Notwendigkeit.
  • Magenüberladung: Ursache ist meist eine übermäßige Aufnahme von Futter, das im Magen quillt oder gärt.
  • Enzephalitozoonose: Der Patient beginnt den Kopf schief zu halten. Diese Verdrehung kann Werte bis zu 150° erreichen. Das Kaninchen ist schreckhaft und kann sich anfallsweise schraubenförmig um die eigene Längsachse drehen.
  • Kaninchenschnupfen
  • Parasiten
  • Scheinträchtigkeit
  • Uterustumor

Kastration einer Häsin
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Blutentnahme bei einem Kaninchen aus der Ohrvene.
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Fettgewebe bei einem Kaninchen.
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Zahnfehlstellung bei einem Kaninchen (vorher)
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nach der Behandlung
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Kaninchen mit Myxomatose (deutl. Lidschwellung)
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Meerschweinchen

Meerschweinchen sind relativ anspruchslos und vermehren sich gut in Gefangenschaft.
Als gesellige Tiere sollten sie zu zweit oder in Gruppen gehalten werden.
Bei Einzelhaltung muss der Mensch den natürlichen Partner ersetzen.

meerschweinchen

Haltung:

Als Einstreu eignen sich nicht imprägnierte Sägespäne, darüber weiches Stroh und Heu zum Verstecken und Wühlen. Um Ballengeschwüren vorzubeugen sollte die Bodenschicht mindestens 4cm dick sein.

Eine Freilandhaltung ist grundsätzlich möglich, wenn ein trockener, gut isolierter Unterschlupf zur Verfügung steht, der im Sommer Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung bietet und im Winter zugfrei ist.

Als Fluchttiere sollte den Meerschweinchen die Möglichkeit zum Verstecken geboten werden. Geeignet ist ein tunnel- oder hüttenartiger, nach zwei Seiten offener, ausreichend dunkler Unterschlupf. Der Tunnel muss so breit sein, dass sie sich darin umdrehen bzw. aneinander vorbei kriechen können.

Bei Haltung in der Wohnung sollte der Raum gut belüftet und nicht überhitzt sein. Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 18-26°C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30-60%.

Ernährung:

Meerschweinchen nehmen ca. 100 kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich, daher ist ein regelmäßiges, kontinuierliches Futterangebot wichtig.

Als Grundfutter gelten Heu von guter Qualität und Gras was wichtig für die Verdauungstätigkeit und den Abrieb der Backenzähne ist (Rohfaser ca. 25%).

Verfüttert werden kann neben Gras: Löwenzahn, Mohrengrün, Petersilie, Salat, Karotten, Tomaten, Sellerie, Gurken, Äpfel, etc. Sauberes Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen. Ist keine ausreichende Vitamin-C-Versorgung (10-20mg/kg Körpergewicht pro Tag) über Grünfutter gewährleistet, sollte Vitamin C über das Trinkwasser verabreicht werden.

Fortpflanzung:

Die Trächtigkeitsdauer beträgt durchschnittlich 68 Tage. Die Neugeborenen sind voll entwickelt, wiegen 50-100 Gramm und sind in der Lage, sofort strukturiertes Futter aufzunehmen. Die Wurfgröße beträgt 2-3 Jungtiere. Meerschweinchen werden ca. drei Wochen gesäugt.

Häufige Erkrankungen:

  • Zahnerkrankungen: Schneide- und Backenzähne von Meerschweinchen wachsen lebenslang. Bei Patienten mit mangelndem Appetit oder Anorexie ist eine Untersuchung der Maulhöhle unbedingt erforderlich.
  • Sarkoptesräude: Die Tiere haben starken Juckreiz u.U. mit epileptiformen Anfällen, Haarverlust und Hautverdickung. Häufig kratzen sich die befallenen Tiere selbst blutig.
  • Lippengrind: Diese Erkrankung führt zu einer Verdickung der Lippen und zu nässenden Ekzemen an Maulwinkeln und Lippen. Als Ursache gilt eine Resistenzminderung der Haut durch Mange an Vitamin A, B und C und div. Spurenelementen.
  • Ballenentzündung und Ballenabszesse: meist bei gut genährten (übergewichtigen) Meerschweinchen bei Haltung auf ungeeignetem Untergrund
Hamster

Der nachtaktive Hamster zählt zu den Nagetieren und hier zur Familie der Mäuseartigen.
Es haben sich im Laufe der Zeit viele verschiedene Arten entwickelt – der bekannteste Vertreter ist der Goldhamster. Hamster sind Einzelgänger!

hamster

Haltung:

Der Goldhamster benötigt einen Käfig von 60x40x30cm. Zu kleine Käfige führen zu Stress und Störung der Körpertemperatur-Regelung.

Als Einstreu können Sägespäne, Holzwolle und Zellstoff verwendet werden. Zur Vorsicht wird bei Verwendung von synthetischer Watte geraten, da sie zu Abschnürungen an den Gliedmaßen führen kann. Ein Schlafhäuschen wird gerne angenommen.

Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 20-23°C. Bei Temperaturen unter 10°C verfällt der Hamster in einen Pseudowinterschlaf. Das Tier liegt dann zusammengekauert und erscheint komatös.

Ernährung:

Der Hamster benötigt täglich etwa 15-20g Futter. Als Futtermittel geeignet sind alle Getreidesorten, Früchte, Gräser und Wurzeln, aber auch Kerbtiere und Insekten (Bedarf an Rohprotein ca. 18%).

Bevorzugt werden Hafer, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Nüsse, zum Nagen hartes Brot, Knospen und Äste von unbehandelten Obstbäumen, Hundekuchen und Knochen und immer Heu. Täglich frisches Wasser am besten aus einer Selbsttränke.

Als Saftfutter dienen Salat, Möhren, Äpfel, Birnen, Löwenzahn, Sellerie und anders Gemüse. Ein unzureichender Anteil an tierischem Eiweiß kann einen Mangel verursachen der sich in allgemeiner Schwäche, Abmagerung und Muskelschwund äußert.

Hamster besitzen Backentaschen, die von der Maulhöhle bis etwa zum Rippenbogen reichen – sie dienen der vorübergehenden Futteraufbewahrung während des Transportes.

Fortpflanzung:

Goldhamster werden im Alter von 5-8 Wochen fortpflanzungsfähig, wobei die Geschlechtsreife beim Weibchen 2 Wochen früher eintritt als beim Männchen.

Nach einer Trächtigkeitsdauer von durchschnittlich 16 Tagen, werden 3-14 nackte und blinde Junge geboren. Die Augen sind geschlossen und die Extremitäten noch unterentwickelt. Das Haarwachstum beginnt am 9. Tag, zwischen dem 7. und 10. Tag beginnen die Jungen festes Futter aufzunehmen, die Augen öffnen sich am 14. bis 15. Tag. Nach 21 bis 25 Tagen werden die Junghamster von der Mutter abgesetzt.


Häufige Erkrankungen:

  • Sarkoptesräude: Juckreiz, Krusten- und Borkenbildung am ganzen Körper
  • Bisswunden: treten häufig auf, wenn ein aggressives Weibchen mit einem ihr unbekannten Männchen zusammengesetzt wird
  • Fußnekrosen: Nylonfäden im käuflichen Nestmaterial (auch Wattefäden) können sich um die Beine schlingen und in die Haut einwachsen
  • Verstopfung der Backentaschen: Häufig nach Verfütterung von Schokolade, die in den Backentaschen schmilzt und diese verstopft
Ratten

Die Ratten werden besonders wegen ihrer Lernfähigkeit und ihres freundlichen Charakters geschätzt.
Sie sind Rudeltiere und erkennen einander. In der Gemeinschaft existiert eine Rangordnung, das Territorium wird verteidigt. In der Gruppe treten Kämpfe vorwiegend bei Überbevölkerung auf. Sexuell motivierte Kämpfe, auch unter männlichen Tieren, sind eine Seltenheit.

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Haltung:

Ratten benötigen einen geräumigen Käfig. Handelsübliche Käfige mit den Maßen 80x50x80cm bieten Raum für maximal 2 Ratten, vor allem wenn sie nicht täglich draußen spielen können.Für eine gute Ventilation sollte der größte Teil des Käfigs eine Gitterstruktur aufweisen. Als Einstreu eignen sich Hobelspäne (Weichholz), geschreddertes Zeitungspapier oder Zellstoff. Ratten sind dämmerungsaktiv.

Ernährung:

Ratten sind omnivor (Allesfresser). Als Futter eignet sich ein kommerziell erhältliches Pelletsfutter (Rohprotein 14-20%), das restriktiv gefüttert wird (erwachsene Tiere neigen zu Fettsucht!) und darüber hinaus Obst, Gemüse, Ei, Reis und Müsli ohne Zucker. Zum Nagen können ungeschälte Haselnüsse, Zweige, Holzstückchen etc. verabreicht werden.Jeden Tag ein wenig Heu oder Hafer verhütet Verdauungsstörungen, besonders bei Jungtieren. Ein Trinkwasserspender (Tränkeflasche) mit sauberem Wasser soll ständig zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung:

Ratten sind mit 50-72 Tagen geschlechtsreif. Nach einer Trächtigkeitsdauer von 21 bis 23 Tagen werden 4-14 Jungtiere geboren. Die Jungen sind nackt und blind. Die Augen werden zwischen dem 10. und 16. Tag geöffnet. Die jungen Ratten werden ca. 3 Wochen lang gesäugt.

Häufige Erkrankungen:

  • Mykoplasmose: Ratten sind häufig latent mit Mykoplasmen infiziert, oft erkranken sie erst im Alter von 1 bis 1,5 Jahren. Die erkrankten Tiere zeigen Niesen, piepsende Atemgeräusche, Schleimröcheln, schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Abmagerung und Atemnot.
  • Leptospirose: Bei Ratten verläuft die Krankheit meist ohne Symptome. Die Tiere werden insbesondere über den Urin freilebender Artgenossen infiziert. Die größte Gefahr stellt das Gesundheitsrisiko (Übertragung) beim Menschen dar.
  • Räudemilben
  • Chromodakryorrhoe (Rote Tränen)
  • Gebärmutterentzündung
Chinchilla

Chinchillas (Hasenmäuse) sind als dämmerungs- und nachtaktive Tiere mit großen Augen, großen Ohrmuscheln sowie langen Tasthaaren an beiden Seiten der Oberlippe ausgestattet.
Chinchillas weisen ein sehr dichtes, weiches Fell auf. Aus einer drüsenlosen Haarwurzel können bis zu 40 Einzelhaare wachsen. Da Chinchillas weder Talg- noch Schweißdrüsen aufweisen, ist das Haarkleid nicht wasserabweisend.

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Haltung:

Eine Einzelhaltung ist aus Tierschutzgründen abzulehnen!Die Paarhaltung gilt als am problemlosesten, zweckmäßigerweise sollten die Partner vor der 10. Lebenswoche vergesellschaftet werden. Die Vergesellschaftung von erwachsenen, geschlechtsreifen Tieren unterschiedlichen Geschlechts muss in der „Kennenlernphase“ unbedingt beobachtet werden, um bei Beißereien rechtzeitig eingreifen zu können.Chinchillas sind flinke, agile Kletterkünstler.Üblicherweise werden sie in Drahtkäfigen gehalten, deren Bodenwanne aus Kunststoff bestehen kann.Angestrebt werden sollte pro Chinchillapaar eine Größe von 100x100x100cm.Bewährt hat sich die Haltung auf Hobelspänen als Einstreumaterial, zudem dürfen ein Sandbad (Attapulgus-Badesand, Silbersand feinste Körnung) und eine Schlafbox nicht fehlen.

Ernährung:

Entsprechend der physiologischen Nachtaktivität sollte die Hauptfütterung in den Abendstunden zu einer festgelegten Zeit erfolgen. Rohfaserreiches Heu (Brennnessel, Distel, Topinambur) sollte stets zur freien Verfügung stehen. Getrocknete Früchte werden gerne angenommen. Obst (Äpfel) bzw. Grünfutter sollte dosiert angeboten werden (zur Orientierung über die richtige Menge dient der physiologischerweise stets trockene, brüchige Kot!!)Als Leckerbissen können ungeschwefelte Rosinen (2-3 pro Tag) oder Johannisbrot dienen.

Fortpflanzung:

Weibliche Tiere werden mit 4-6 Monaten geschlechtsreif, männliche erst mit 9 Monaten.Nach einer Trächtigkeitsdauer von 111 (C.langera) bis 128 (C.brevicaudata) Tagen werden 1-4 Junge geboren. Sie werden als Nestflücher voll behaart und mit offenen Augen geboren. Die Säugeperiode dauert 4-8 Wochen.

Häufige Erkrankungen:

  • Pilzerkrankungen: Haarverlust mit kleieartigen Schuppen in der Umgebung von Nase, Augen und Lippen; teilweise besteht Juckreiz
  • Darmmykose („Hefepilzinfektion): breiiger Kot, Durchfall, stetige Gewichtsabnahme
  • Fellbruch: schütter werdendes Haarkleid bilateral im Bereich der Lendenwirbelsäule, im fortgeschrittenen Stadium sind die Haarspitzen abgebrochen und die Unterwolle verfilzt
  • Gelbohrkrankheit („Gelbes Fett“): Ein zu geringer Vitamin-E-Gehalt des Futters oder ranzig gewordene Pflanzenfette im Futter führen um einer Gelbverfärbung der Ohren, in schweren Fällen auch der spärlich behaarten Bauchhaut.
  • Ballenabszesse
  • Kieferabszesse
Frettchen

Frettchen gehören neben Hund und Katze zu den drei domestizierten Karnivoren (Fleischfresser). Erst seit etwa 30 Jahren wird das Frettchen als Heimtier gehalten.Die wachsende Popularität verdanken die Frettchen wahrscheinlich ihrem spielerischen Charakter und dem aktiven, possierlichen Sozialverhalten.

frettchen

Haltung:

Die Käfiggröße muss den Lebensansprüchen des Frettchens gerecht werden. Es sollte je nach Art, Raum von 1-3m³ pro Tier zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass Frettchen abhängig von Alter und individuellen Bedürfnissen unter Aufsicht täglich ein paar Stunden außerhalb des Käfigs spielen und herumrennen können.

Der Käfig sollte unterteilt sein in einen Futteraufnahme-, Spiel-, Toiletten- und Schlafbereich. Frettchen sind stubenrein und koten meist in eine Katzentoilette. Die Toiletteneinstreu muss staubfrei sein.

Für das Wohlbefinden ist es wichtig, dass sich das Frettchen zum Schlafen in eine Art Höhle legen kann. Dazu eignen sich ein Handtuch in einem Karton oder eine Frettchenhängematte. Frettchen können auch in Außengehegen untergebracht werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Temperaturen von über 30°C nicht vertragen werden. Wenn die Temperatur unter 5°C absinkt, wird ein Heizelement notwendig.

Ernährung:

Frettchen benötigen eine hochwertige Nahrung mit hohem Eiweiß- und Fettgehalt tierischen Ursprungs. Dagegen sollte der Gehalt an Kohlenhydraten und Rohfasern so niedrig wie möglich sein. Frettchen fressen über den Tag verteilt jeweils kleine Portionen, Futter sollte deswegen ständig zur Verfügung stehen. Hundepellets sind wegen des hohen Gehaltes an pflanzlichen Proteinen und Fasern für Frettchen nicht geeignet.

Der Magen-Darm-Trakt von Katzen unterscheidet sich erheblich von dem des Frettchens, so können Katzen von einem qualitativ geringwertigen Futter leben. Die meisten Katzenfutter, insbesondere die preiswerteren Produkte sind für Frettchen absolut unzureichend. Nur Katzen-Baby-Futter bester Qualität reicht für alle Lebensabschnitte des Frettchens aus.

1994 wurde ein Frettchenfertigfutter auf den Markt gebracht, das sich als ausgewogenes Alleinfutter erwiesen hat (Totally Ferret).

Fortpflanzung:

Frettchen werden im Frühjahr, folgend auf das Geburtsjahr geschlechtsreif. Nach einer Trächtigkeitsdauer von 41-42 Tagen werden durchschnittlich 8 Welpen geboren. Die Öffnung der Augen erfolgt mit 30 bis 35 Tagen. Die Welpen werden nach 8 Wochen entwöhnt.

Häufige Erkrankungen:

  • Staupe: Frettchen gelten als sehr empfänglich – die jährliche Impfung schützt
  • Tollwut: kommt praktisch nicht mehr vor (bei Grenzübertritt ist eine Tollwutschutzimpfung verpflichtend)
  • Räudemilben
  • Hyperöstrogenismus (Knochenmarksdepression): Die Krankheit entwickelt sich bei Fähen, die zu lange in Ranz geblieben sind. Hohe Östrogenspiegel führen nach einiger Zeit zu einer Knochenmarksdepression.
  • Nebennierenerkrankungen (Hyperadrenokortizismus): treten häufiger bei Frettchen ab 3 Jahren auf. Das häufigste Symptom ist der Haarverlust (kahle Stellen), aber auch trockenes, dünnes Fell, Vulvaschwellung, Juckreiz und Gewichtsverlust werden beobachtet.
  • Insulinom
  • Diabetes mellitus