Orthopädische Chirurgie

Die Qualität unserer Gelenks- und Knochenchirurgie hat sich im Laufe vieler Jahre einen Namen gemacht.

Ein eingespieltes Team und ein modern ausgestatteter Operationsraum ermöglichen es uns, komplizierte Operationen durchzuführen.

Kreuzbandriss (TPLO)
Tibia plateau leveling osteotomie (TPLO) – die modernste und beste Behandlungsmethode des Kreuzbandrisses beim Hund.

Der Kreuzbandriss ist einer der häufigsten Gründe für orthopädische Interventionen beim Hund. Fast immer entsteht der Kreuzbandriss beim Hund auf Grund einer Banddegeneration und nicht durch eine Überlastung des Kreuzbandes wie beim Menschen.

Man hat in der Regel einen typischen Vorbericht:
Der Hund hat schon einmal eine vorübergehende Lahmheit gezeigt, war vielleicht auch schon einmal in tierärztlicher Behandlung. Die Lahmheit ist mit entzündungshemmenden Medikamenten wieder besser geworden.

Das vorher geschwächte Band reisst dann vollständig und das Gelenk wird instabil. Für ein bis zwei Tage zeigt der Patient eine sehr deutliche Lahmheit, danach wird die Gliedmaße wieder besser belastet. Durch die Gelenkinstabilität wird oft der Meniskus gequetscht.

Quetschung des hinteren Meniskusanteils beim Tibiakompressionstest und bei physiologischer Gliedmaßenbelastung
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Lässt man den Hund absitzen streckt er typischerweise das betroffene Bein seitlich gerade weg und vermeidet die Beugung des Kniegelenkes.

Die Therapie eines Kreuzbandrisses sollte operativ erfolgen, um einer Arthrosebildung vorzubeugen.

Die Linie A zeigt den Neigungswinkel des Unterschenkelplateaus zum Knochenschaft. (Slope)
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Bei der TPLO wird die Biomechanik des Gelenkes so verändert, dass das Vorwärtsgleiten der Tibia verhindert wird. Dies wird durch einen Knochenschnitt im Schienbeinkopf erreicht, der mit einem patentierten bogenförmigen Sägeblatt durchgeführt und dann durch eine spezielle TPLO-6-Loch-Platte stabilisiert wird.

Rotation des Schienbeinkopfes durch einen bogenförmigen Knochenschnitt und Fixierung mit einer TPLO-Platte nach Slocum
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Die operierte Gliedmaße wird meist schon nach wenigen Tagen (1-6 Tage) belastet.

Röntgenkontrollen finden nach 4-6 Wochen statt.

Die hervorragenden und den traditionellen Operationsmethoden überlegenen Ergebnisse der TPLO bei der Behandlung eines vorderen Kreuzbandrisses sind mittlerweile unbestritten, und auch die Langzeitergebnisse zeigen, dass durch die TPLO eine Arthrosebildung deutlich verlangsamt werden kann.

Wird der Patient schon wenige Tage nach den ersten Lahmheitssymptomen operiert, so kann die Arthrose sogar komplett verhindert werden.

Da es sich bei der TPLO nach Slocum um eine patentierte, chirurgische Methode handelt, werden spezielle TPLO-Seminare durchgeführt um diese Operationstechnik optimal zu vermitteln. Wir führen diese OP Methode seit fast 7 Jahren mit großem Erfolg durch und haben mittlerweile große Erfahrung damit.

Röntgenbild nach TPLO Operation
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Hüftgelenksdysplasie (HD)

Das Wort Dysplasie steht für „Fehlbildung“. HD ist die häufigste Form der Gelenkerkrankung beim Hund. Hierbei sind Kugel und Pfanne des Hüftgelenkes nicht korrekt ausgebildet. Man spricht von einer krankhaften Veränderung der Hüfte.

Die klinischen Symptome variieren mit dem Alter und dem Grad der HD

Jünger als 3 Monate:

Eventuell ohne Symptome, aber der betroffene Welpe wirkt extrem tollpatschig aufgrund der Instabilität der Hüfte.

3 bis 18 Monate:

Bei einigen Fällen können Symptome ausbleiben, aber bei vielen jungen Hunden verursachen Hüftschmerzen Lahmheit und eine Laufunwilligkeit.

Mittleres bis hohes Alter:

Eventuell tritt eine Arthritis in der Hüfte auf und der Hund benötigt eine medizinische Behandlung oder einen operativen Eingriff.

Als allgemeine Symptome sind festzuhalten:

Die Tiere zeigen in der Regel eine verminderte Aktivität, spontane Lahmheit mit Schwierigkeiten beim Aufstehen und einen verkleinerten Bewegungswinkel des Hüftgelenks. Eine passive Bewegung des Hüftgelenks ist schmerzhaft.

Junge Hunde mit ausgeprägter HD zeigen vor allem Schmerzen als Folge der starken Lockerheit der Hüftgelenke, während bei älteren Hunden die Schmerzen als Folge der Abnutzung (Arthrose) der Hüftgelenke überwiegen.

Bei leichteren Formen der HD können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht stark beansprucht wird. Auch zwischen den einzelnen Hunden bestehen Unterschiede in der Schmerzempfindung: während der eine Hund mit leichter HD bereits hinkt, hat der andere Hund mit fortgeschrittener Arthrose eine spezielle Bewegungstechnik entwickelt, um Schmerzen zu vermeiden – der Besitzer merkt von der Behinderung unter Umständen gar nichts.

Ursachen

Die Entwicklung der Hüftgelenke wird maßgeblich durch zwei Komponenten beeinflusst

  • die Erbanlage (die Erblichkeit liegt etwa bei 30%)
  • die Ernährung des Hundes (ca. 70% ist die Ernährung und übermäßige Bewegung im Welpen- und Junghundealter)

Bei einem Hund mit Veranlagung zu HD ist es möglich durch eine kalorienmäßig zurückhaltende und ausgewogene Fütterung das Ausmaß der Krankheit zu mildern.

Es ist erwiesen, dass Hunde die langsam wachsen, weniger schwer an HD erkranken als ihre schneller wachsenden und damit schwereren Wurfgeschwister.

Besonders wichtig ist es dabei, im Futter ein Überangebot an Eiweiß und Kalzium (Futterkalk) zu vermeiden.

Auftreten/Häufigkeit

Die Häufigkeit des Auftretens von HD bei großen Hunderassen stellt sich folgendermaßen dar

  • 0 – 20%: Siberian Husky, Collie, Belg. Schäferhund
  • 21– 40% : Dalmatiner, Hovawart, Border Collie, Eurasier, Airdale Terrier, Leonberger, Bouvier, Dogge
  • 41 – 60%: Riesenschnauzer, Großpudel, Bobtail, Labrador, Berner Sennenhund, Briard, Irish Setter, Golden Retriever, Neufundländer, Boxer, Deutscher Schäferhund
  • über 60%: Bernhardiner, Engl. Setter, Gordon Setter

Röntgenbild eines 13 Monate alten Rottweilerrüden mit schwerer HD
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Röntgenbild einer HD-freien Hüfte
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Therapie

  • Symphysiodesis
  • Denervation
  • Femurkopf-und Halsresektion
  • Hüftendoprothese (künstliches Hüftgelenk)

Symphysiodesis

Unter der juvenilen pubischen Symphysiodese versteht man die Verödung der Wachstumsfuge des Schambeines. Es handelt sich um ein wenig belastendes Operationverfahren zur frühen Therapie der Hüftgelenksdysplasie des Hundes.

Durch den elektrochirurgischen Eingriff beim 16-20 Wochen alten Welpen (danach nicht mehr möglich!) verändert sich das Wachstum des Beckens.

Während die oberen Anteile der Hüftknochen ungebremst weiterwachsen, stoppt das Wachstum im unteren, vorderen Beckenbereich.

Hierdurch kippen die Gelenkspfannen nach außen über die Köpfe der Oberschenkelknochen. Die Stabilität der Hüftgelenke nimmt zu und die Entwicklung der Hüftgelenke während der Hauptwachstumsphase des Hundes wird optimiert.

Der Dysplasiegrad wird hierdurch deutlich gemindert und so die Gefahr einer späteren Arthrose – der schmerzhaften und kostspieligen Folge einer HD – verringert.

Im Idealfall lässt sich durch den Eingriff eine vollständige HD-Freiheit erreichen. Die komplikationsarme Operationstechnik bietet somit eine echte Heilungschance für die betroffenen Tiere.

Bei fachlich korrekter Durchführung von Diagnostik, Patientenauswahl und chirurgischem Eingriff liegt die Erfolgsquote bei 80 bis 90%.

Eine Bewegungseinschränkung nach der Operation ist nur begrenzt notwendig – ausreichender Leckschutz bis zur Nahtentfernung genügt in aller Regel.

CT-Aufnahmen der Hüftgelenke eines Hundes vor (Abb.1) und 2,5 Jahre nach (Abb.2) der Symphysiodese.
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Im Verlauf der Wachstumsphase nach der Operation hat sich das in Abb. 1 schräg stehende, wenig Halt gebende Dach der Gelenkpfanne horizontal über die Köpfe der Oberschenkelknochen geschoben – die Gelenke sind erfolgreich stabilisiert, Arthrosen sind nicht zu erwarten.
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Denervation

Die Denervation gilt in der Humanmedizin schon seit langer Zeit als etabliertes Verfahren in der Behandlung chronischer Gelenkerkrankungen (Hand- und Ellbogen, Hüftgelenk). In der Humanchirurgie des Hüftgelenkes wird die Denervierung allerdings durch den Einsatz der Totalendoprothese (künstliches Hüftgelenk) ersetzt.

Ziel der Denervierung ist eine sofortige Schmerzbefreiung, die zu einer vermehrten Bewegungsaktivität und somit zur Reaktivierung der Beweglichkeit des Gelenkes führt. Das Hüftgelenk besteht aus der knöchernen Pfanne am Becken (Acetabulum) und dem Kopf des Oberschenkelknochens (Femur). Es wird durch die kleinen Aufzweigungen von drei Hauptnerven (N. gluteus cranialis, N. ischiadicus und N. femoralis) versorgt. Diese leiten Schmerzen vom Gelenk in das Schmerzzentrum des Gehirns.

Nach chirurgischem Zugang zum Hüftgelenk ohne Durchschneidung der Muskulatur(!) wird bei der Denervierung eine Entfernung der Knochenhaut bis auf die Knochenhartsubstanz (Kortikalis) der Gelenkpfanne um den Pfannenrand erreicht.

Damit sind die Nervenfasern vom Gelenk getrennt. Das Hüftgelenk selbst bleibt unangetastet und wird damit für weitere OP-Methoden (z.B. den Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes) erhalten. Es erfolgt auch keine Verschlechterung der Stabilität des Gelenkes.

Nach der Operation werden meist schon nach 2 bis 3 Tagen eine deutlich verringerte Schmerzhaftigkeit und eine stetige Verbesserung der Bewegungsfreude festgestellt. Dies führt in der Folge zum Muskelaufbau an Becken und Oberschenkel, woraus eine Verbesserung der Stabilisierung des dysplastischen Hüftgelenkes resultiert. Die Schmerzmedikamente können abgesetzt, bei schweren Arthrosen des alten Hundes aber zumindest reduziert werden.

Die Operation kann bei Hunden jeden Alters durchgeführt werden. Das ist besonders vorteilhaft bei Jungtieren unter einem Jahr, bei denen eine Endoprothese aufgrund mangelnder Knochenentwicklung noch nicht eingesetzt werden kann.

Auch für alte Hunde, deren Besitzer die Rentabilität einer größeren Operation mit Hüftgelenkersatz abwägen, eignet sich die Denervierung besonders.

Aufgrund der wenig zerstörenden Operationsmethode und dem Fehlen ernsthafter Komplikationen gilt die Denervierung als echte Alternative zu anderen Maßnahmen bei einer Hüftgelenksdysplasie (HD) und–arthrose.

Femurkopf- und Halsresektion:

Bei einer Femurkopfresektion werden der veränderte Oberschenkelkopf und–hals operativ entfernt.

Durch bindegewebige Umbaumaßnahmen bildet sich eine Syndesmose (Form eines unechten Gelenks, bei dem zwei Knochen durch Bindegewebe zusammengehalten werden), die durch Bewegung daran gehindert wird zu versteifen. Die Verkürzung des Beines kann ohne Probleme kompensiert werden, da sich alle Gelenke des Hinterlaufes in Beugung befinden. Die Femurkopfresektion wird bei schwerer Hüftgelenksdysplasie (HD), aber auch nach Hüftgelenksluxationen mit hoher Rezidivgefahr durchgeführt.

Diese Operationsmethode eignet sich besonders für Katzen und Hunde, die nicht schwerer als 30 kg sind.

Eine physiotherapeutische Nachbetreuung (im Idealfall mit Unterwasserlaufbandtraining) gilt als unerlässlich.
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Ellbogengelenksdysplasie (ED)

Die Ellbogengelenksdysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Am häufigsten betroffen sind Chow-Chows, Rottweiler, Berner Sennenhunde, Neufundländer, Große Schweizer Sennenhunde, Labrador Retriever, Deutsche Schäferhunde und Bordeaux-Doggen.

Das Ellbogengelenk wird von insgesamt drei verschiedenen Knochenteilen gebildet und funktioniert als sogenanntes Scharniergelenk. Die obere Gelenkfläche wird von der Gelenkwalze des Oberarmknochens gebildet und die gegenüberliegende von der Elle (Ulna) und der Speiche (Radius).

Anatomie des Ellbogengelenks

  1. Gelenkwalze des Oberarms
  2. Speiche (Radius)
  3. zapfenförmiger Fortsatz der Ulna (Proc. anconaeus)
  4. Kronenfortsatz (Proc.coronoideus)
  5. Elle

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Die Ellbogengelenksdysplasie (ED) besteht aus einer oder mehreren der folgenden Gelenkserkrankungen:

  • Isolierter Processus anconaeus (= IPA); Ablösung des Ellbogenfortsatzes der Elle
  • Fragmentierter Processus coronoideus medialis (= FCP); abgebrochener Kronfortsatz der Elle
  • Osteochondrosis dissecans des medialen Condylus (= OCD); Knorpelablösung am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens

Der IPA, der FCP und die OCD treten bei Hunden im Alter von vier bis fünf Monaten während des stärksten Wachstumsschubes auf. Männliche Hunde sind häufiger betroffen, da sie in der Regel schneller wachsen als weibliche Tiere.

All diesen Erkrankungen ist gemein, dass sie während des Wachstums entstehen und neben Fütterungs- und Bewegungseinflüssen (Überfütterung und schnelles Wachstum gelten als begünstigende Faktoren) bei bestimmten Rassen eine genetische Disposition zugrunde liegt.

Symptome

Die ED beginnt in der Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen.

Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

Diagnose

Die Diagnose lässt sich zumeist anhand eines Röntgenbildes, vor allem im anterior-posterioren Strahlengang (Projektion von vorn nach hinten) stellen

Der röntgenologische Nachweis gelingt jedoch nicht immer, sodass der sichere Ausschluss nur über eine Arthroskopie oder Computertomographie (CT) erfolgen kann.

CT-Bild eines Ellbogens mit FCP
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Röntgenbild eines Ellbogens mit FCP – hier ist im Gegensatz zur Computertomographie noch keine Veränderung zu sehen.
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Therapie

Losgelöste Skelett- (FCP) bzw. Knorpelteile (OCD) werden arthroskopisch entfernt, da sie einen ständigen Reiz auf die Gelenkkapsel ausüben. Diese Entfernung sollte baldmöglichst erfolgen, um einer Arthrosebildung zuvor zu kommen.

Eine Gewichtsreduktion ist bei übergewichtigen Tieren dringend zu empfehlen. Die tägliche Verabreichung von Gelatine als Granulat ins Futter soll eine Arthrose verhindern oder zumindest hinauszögern können. Hunde mit einer ED sollten wegen der Vererbbarkeit von der Zucht ausgeschlossen werden.

Elle (links) und Speiche (rechts) mit schwerer Arthrose (ED Grad III)
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Röntgenbild eines Ellbogens mit hochgradiger ED
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Ellbogengelenksdysplasie -Behandlungsmöglichkeiten mittels Gelenkszugang und PAUL-Methode

Wie entsteht die Ellbogendysplasie?

Es gibt 3 Formen der ED:
Osteochondrose (OCD) : Knopeldefekte am Oberarm
Fragmentierter Processus coronoideus medial (FCP)
Loser Processus anconeus
Es ist erwiesen, dass alle Formen der ED vererbt werden. Der Anteil der Erblichkeit wird nach neuersten
Studien aber nur mit ca 25 % angegeben.
Es hat sich auch gezeigt, dass die Kraft im Ellbogen vornehmlich auf der Innenseite übertragen wird was die
Entstehung von OCD und FCP erklärt.

Ansicht auf den inneren Teil des Ellbogensgelenkes mit
abgeschliffener Knorpelfläche (der rote Knochen schaut heraus)

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Wie erkennt man die Ellbogendysplasie?

Der typische Hund gehört zu den größeren Rassen ist zwischen 6 und 10 Monate alt geht vorne lahm und
stellt den betroffenen Fuß nach außen. Die Lahmheit ist vor allem zu Beginn des Spazierganges beobachtbar
und wird über Wochen deutlicher.
Es reichen entweder Röntgenbilder aus oder es muss eine CT Untersuchung mit ev. Arthroskopie
zur Abklärung gemacht werden.

Moderne Entwicklungen zur Behandlung der Ellbogendysplasie

In den letzten Jahren wurde die Entstehung von ED hinterfragt und es wurden neue Therapien entwickelt.
Die PAUL (Proximale Abducting Ulnar Osteotomy) bedient sich einer neuen Idee. Das Ellbogengelenk wird
nicht mehr innen sondern mehr in der Mitte belastet. Die Erfolgsrate liegt bei ca.80 % .
Es wird zuerst das Gelenk arthroskopiert und freie Anteile des inneren Kronfortsatzes entfernt. Dann wird
die Elle mit einer Säge durchschnitten und sie spezielle PAUL-ALPS (Advanced Locking Plating System)
Platte aus Titan aussen auf die Elle geschraubt. Die Platte muss nicht entfernt werden.
Die Entlastung des inneren Teils des Ellbogens findet unmittelbar statt. Die Heilung der Elle dauert rund
6 Wochen, so dass eine entsprechende lange Rekonvaleszenzzei teinberechnet werden muss.
Anschliessend hat der Hund eine gute Chance auf eine lange Zeit lahmheitsfreies Leben.

OCD Schulter

Osteochondritis dissecans (OCD) ist eine Wachstumsstörung, die meist im Alter von fünf bis zwölf Monaten auftritt.

Durch das Loslösen eines Stücks des Gelenksknorpels werden mehr oder weniger starke Schmerzen ausgelöst, das heisst, der Hund geht lahm.

OCD kann in nur einer Schulter oder auch in beiden gleichzeitig auftreten. Sind beide Schultern gleich stark befallen, geht der Hund eventuell nur klamm, ohne dass wir eine deutliche Lahmheit sehen.

Leichte Fälle von OCD können von selbst ausheilen, ohne dass der Hund später noch Probleme haben wird. Bei schweren Fällen, das heisst, wenn ein grosses Knorpelstück losgelöst wird, sollte der Hund unbedingt operiert und das Stück entfernt werden. Wird dies unterlassen, wird der Hund früher oder später in diesem Gelenk eine Arthrose entwickeln und somit infolge Schmerzen und Lahmheit frühzeitig als Arbeitshund unbrauchbar werden.

Die Arthroskopie des Schultergelenkes ist operationstechnisch anspruchsvoller als die des Ellbogengelenks. Wir verwenden ein spezielles Zielgerät um den Zugang präzise und schonend durchzuführen zu können.

Röntgenbild eines Schultergelenks mit OCD
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Schulter eröffnet mit OCD Knorpeldefekt
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Tendosynovitis der Bicepssehne

Unter einer Tendosynovitis der Bicepssehne versteht man eine Entzündung der Ursprungssehne des Musculus biceps brachii und deren Sehnenscheide.

Entzündungen der Bicepssehne entstehen entweder durch wiederholte Mikrotraumen, Überbelastung (z.B. Graben) oder sekundär durch andere Prozesse im Schultergelenk.

Symptome

Als übliche Symptome treten wechselnde oder progressive (fortschreitende) Lahmheiten, die sich nach Belastung verschlechtern, auf. Betroffen sind meist mittelalte bis ältere Hunde mittelgroßer bis großer Rassen.

Therapie

Konservative Therapie

Einbringen von Entzündungshemmern direkt in das Gelenk (intra-artikuläre Injektion), danach Leinenzwang für 4 – 6 Wochen. Dann wird die Aktivität langsam gesteigert um die umgebende Muskulatur zu kräftigen.

Besonders zu empfehlen ist das Training auf demUnterwasserlaufband, da der Muskelaufbau durch das Arbeiten gegen den Wasserwiderstand wesentlich intensiver wird, und durch den Auftrieb im Wasser (die Tiere tragen nur einen Teil ihres Körpergewichtes) die Gelenke geschont werden.

Chirurgische Therapie

Um die Bewegung der Bicepssehne in der entzündeten Sehnenscheide zu unterbinden wird eine Tenotomie (Durchtrennen der Bicepssehne) durchgeführt. Dieser Eingriff ist angeraten bei rupturierten ( teilweise oder vollständig gerissenen) Bicepssehnen oder bei einer chronischen Tendovaginitis, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung anspricht. Dieser Eingriff wird vorzugsweise arthroskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt.

Chematische Darstellung „ Paul“ am Plastikknochen
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Ct Bilder Knorpel und Knochenschäden am inneren Ellbogengelenk
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Unfallchirurgie

Wir versorgen alle Knochen und Gelenksfrakturen nach den Richtlinien der AO (Arbeitsgemeinschaft Osteosynthese).

Um den höchsten Standard in der Versorgung Ihres Tieres gewährleisten zu können besuchen wir fortwährend internationale Fortbildungsveranstaltungen (z.B. UNI Bern, Schweiz, UNI München).

Unser Instrumentarium entspricht humanmedizinischem Standard.

Unfallchirurgie
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Unterschenkel Nagelung
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Verplattung einer Unterschenkelfraktur beim Hund
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Oberschenkelverplattung vor der Operation
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Oberschenkelverplattung nach der Operation
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Op Abriss der Tub.tibea
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Neurochirurgie

Die Neurochirurgie ist seit vielen Jahren ein sehr wichtiger Bestandteil unserer tierärztlichen Tätigkeit.

Man versteht unter Neurochirurgie im wesentlichen Operationen an der Wirbelsäule. Am häufigsten führen wir hier Bandscheibenoperationen und Operationen nach Wirbelbrüchen und Wirbelluxationen durch.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Neurochirurgie ist:

  • Klinische Allgemeinuntersuchung
  • Neurologische Untersuchung
  • Erstklassige Bildgebung mit Röntgen und Computertomographie
  • Hochwertiges neurochirurgisches Instrumentarium
  • Langjährige Operationserfahrung
  • Professionelle Nachbetreuung (Physiotherapie, Unterwasserlaufband)
  • Professionelle Nachbetreuung (Physiotherapie, Unterwasserlaufband)

Neurologisches Instrumentarium
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Mit speziellen Instrumenten wird das Bandscheibenmaterial unter größter Vorsicht entfernt.
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CT-Bild einer Dackelhündin mit Bandscheibenvorfall im Halsbereich.
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CT-Bild desselben Patienten nach erfolgreicher Entfernung des Bandscheibenmaterials mittels „Ventral Slot“.
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Durch das Training auf dem Unterwasserlaufband kommen die Patienten rasch wieder auf die Beine, da sie nur einen Bruchteil ihres Körpergewichtes tragen müssen.
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