KANINCHEN

Haltung

Wildkaninchen leben in der Natur immer in Rudeln. Auch unsere Hauskaninchen sind Rudeltiere. Eine Einzelhaltung ist aus diesem Grund absolut ungeeignet und vom Tierschutzgesetz verboten. Auch die leider noch häufig praktizierte gemeinsame Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen ist auf Grund der verschiedenen Bedürfnisse und der unterschiedlichen Kommunikationswege (Kaninchen Körpersprache, Meerschweinchen Geräusche und Laute) nicht empfehlenswert und kein Ersatz für einen Artgenossen. Außerdem sind Kaninchen Fluchttiere und Dämmerungsaktiv. Das und der hohe Platzbedarf der Tiere macht sie als Haustiere für Kinder ziemlich ungeeignet. Nur Kinder, die reif genug sind die Bedürfnisse der Tiere zu verstehen und zu akzeptieren sollten Kaninchen halten dürfen. Als Fluchttiere lassen sich Kaninchen nur ungerne hochheben und rumtragen. Auch Krankheitssymptome zeigen sie erst sehr spät. Aber wenn man ihnen genügend Zeit gibt werden sie in der Regel zahm und lassen sich gerne streicheln und suchen auch trotz Artgenossen den Kontakt zu ihren Menschen. Kaninchen sollten aber genügend Vertrauen lernen, um sich auch mal hochheben zu lassen, damit ein stressfreier Umgang möglich ist (Krallen schneiden, Transport zum Tierarzt, Medikamentengabe). Beim Hochheben ist zu beachten, dass die Tiere keinesfalls an den Ohren hochgenommen werden dürfen! Achten sie darauf die Hinterbeine und den Rumpf der Tiere abzustützen. Da Kaninchen Fluchttiere sind müssen sie auf explosionsartige Abwehrbewegungen gefasst sein. Durch ihre dünne Wirbelsäule in Verbindung mit den sehr kräftigen Hinterbeinen kann es zu Brüchen in der Wirbelsäule kommen, wenn die Tiere ausschlagen oder herunterfallen. Sollte ihr Kaninchen sehr schreckhaft sein und das hochheben nur schwer tolerieren, kann es helfen es in ein Handtuch zu wickeln. Dadurch wird die Wirbelsäule etwas stabilisiert.

Niemand würde auf die Idee kommen eine Katze oder einen Hund in einem Käfig zuhalten. Dies ist aber leider bei Kaninchen noch immer sehr verbreitet und das obwohl die Tiere einen ähnlich hohen Bewegungsdrang wie Katzen haben. Daher ist die Käfighaltung auch inzwischen als nicht artgerecht und tierschutzrelevant eingestuft. Das Tierschutzgesetz schreibt als Mindestmaß für die Innenhaltung 2 Quadratmeter pro Tier und bei der Außenhaltung 3 Quadratmeter pro Tier vor. Bei diesen Mindestmaßen sollte den Tieren zusätzlich täglicher Auslauf gestattet werden. Auf Grund ihrer Aktivitätsphase sollte dieser nicht Tagsüber sondern am Abend erfolgen.

Kaninchen haben nicht nur einen hohen Bewegungsdrang, sie sind auch sehr neugierig und aufgeweckt. Daher sollte man ihren Lebensraum möglichst spannend und abwechslungsreich gestalten. Dies geschieht zum Beispiel mit Buddelkisten, Häusern oder Tunneln aus Karton und Holz. Weiters sollten Äste von ungespritzen Obstbäumen zum knabbern angeboten werden. Bewegungsmangel für zu Übergewicht und damit zu vielen weiteren Erkrankungen wie zum Beispiel Blasenentzündungen, Pododermatitis ( Entzündungen der Füße), Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen. Ein Kaninchen, welches die gesamte Bandbreite seines arttypischen Verhaltens ausleben kann, ist nicht nur glücklicher und gesünder, sondern auch wesentlich Interessanter zu beobachten.

Wenn Kaninchen es gewohnt sind, können sie durchaus das ganze Jahr über draußen gehalten werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Tieren einen Rückzugsort haben, der Zugluft geschützt und im Winter gut isoliert ist. Besonders wichtig ist es im Winter darauf zu achten, dass das Wasser und Futter der Tiere nicht einfriert. Aber auch im Sommer ist ein kühler und schattiger Rückzugsort lebenswichtig, da die Tiere nicht in der Lage sind zu schwitzen und somit sehr anfällig für einen Hitzetod sind. Außerdem muss das Gehege Ein- und Ausbruchsicher sein. Dabei darf man nicht vergessen, dass Kaninchen sehr gerne und gut Höhlen bauen und die Gefahren für die Tiere häufig von oben kommen.

Was brauchen Kaninchen nun um glücklich zu sein?

Neben dem schon erwähnten Platzbedarf und den Artgenossen benötigen sie:

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    Futternapf (schwer genug, dass er nicht um geschmissen wird)

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    Trinknapf mit leicht nach innen gewölbtem Rand und einem Fassungsvermögen von mindestens 300ml (keine Nippeltränke, da die Tiere damit meist zu wenig trinken und es speziell im Winter auch zu Verletzungen/Erfrierungen durch das Metall kommt) dieser sollte zum einen schwer genug sein dass er nicht umgeworfen wird und entweder leicht erhöht oder an einer Einstreu freien Fläche stehen.

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    Haus zum Verstecken am Besten mit 2 Ein-/Ausgängen um zu verhindern, dass ein Tier in die Ecke getrieben werden kann und einem flachen Dach, da dieses gerne als Ausguck verwendet wird

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    Material zum Knabbern

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    Beschäftigungsmaterial (Korkröhren, Raschelröhren, Futterturm…)

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    Transportbox

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    Buddelbox

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    Klokiste (bitte kein Katzeneintreu verwenden!!!)

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    UV-Lampe bei reiner Innenhaltung

Kaninchenhaltung

Auf Plastik sollte bei der Einrichtung der Gehege unbedingt verzichtet werden! Schon kleine Teile können zu schweren Verletzungen oder Darmverschlüssen führen.

Vor der Anschaffung eines Kaninchens sollte neben dem Platzbedarf der Tiere auch die Kosten und die Zeit bedacht werden. Oft werden Kaninchen als leicht zu haltende Tiere verkauft. Wenn man die sie artgerecht halten will (und das sollte ja immer der Wunsch sein) haben sie einen hohen Platzbedarf und somit ist auch die Zeit, die für die Reinigung benötigt wird, nicht zu unterschätzen. Außerdem benötigen sie täglich eine große Menge frisches Grünfutter. Die Beschaffung davon ist nicht nur zeit- sondern auch kostenaufwendig. Auch der Tierarztbesuch muss vor der Anschaffung bedacht werden, denn sind die Kaninchen krank, müssen sie einem kaninchenkundigem Tierarzt vorgestellt werden. Der befindet sich nicht immer gleich ums Eck. Auch die Kosten für einen solchen Besuch steigen sehr schnell in die Höhe. Zur Gesundheitsvorsorge gehören auch jährliche Kontrollen und Impfungen. (s.h. Artikel: Welche Impfungen benötigt mein Kaninchen).

Pro Monat muss man bei der Haltung von 2 Kaninchen mit ca 50 Euro rechnen.

Kaninchenfütterung

Viele Erkrankungen der Kaninchen sind auf Fehler in der Fütterung zurück zuführen. Der Magen Darm Trakt von Kaninchen ist an die Verdauung großer Mengen Rohfaser angepasst. Durch den anatomischen Aufbau des einhöligen Magens, sind sie nicht in der Lage zu Erbrechen. Aus diesem Grund sind sie anfällig für massive Überdehnung bei Fehlgärungen. Fehler in der Fütterung haben direkten Einfluss auf die Verdauungsvorgänge. Sie können zum einen das Darmmilieu verändern und zum anderen auch die Darmbeweglichkeit ungünstig beeinflussen.

Der Magen der Kaninchen besitzt zudem nur sehr wenig Muskulatur. Dadurch ist er nicht in der Lage den Futterbrei durch Muskelbewegungen weiter zu befördern. Für einen Weitertransport der Nahrung sind die Kaninchen auf eine ständige Nahrungszufuhr angewiesen. Daher darf ein Kaninchen nie nüchtern gelassen werden, sondern sollte permanent Futter zur Verfügung haben. Ein gesundes Kaninchen nimmt innerhalb von 24h bis zu 80 kleine Mahlzeiten auf.

Kaninchen gehören zu den caegotrophen Tieren. Das bedeutet sie fressen ihren Blinddarmkot. Dadurch nehmen sie unter anderem Vitamin B12 und Vitamin K aber auch andere Nährstoffe auf. Dieses Verhalten ist also völlig normal und sollte nicht verhindert werden. In der Regel nehmen die Tiere den Blinddarmkot direkt vom Darm auf. Wenn sie viel Blinddarmkot im Gehege finden (erkennbar daran, das viele kleine Kotkugeln wie Weintrauben zusammen hängen), sollten sie vom Tierarzt abklären lassen, ob ihr Tier Probleme hat, die die Aufnahme behindern (z.B. Fettleibigkeit, Rückenschmerzen).

Schaut man die Futterration eines Wildkaninchens an, so besteht diese überwiegend aus Wildgräsern und -kräutern sowie Wurzeln und Rinde. Die Nahrung ist also eher karg und sehr faserreich. Der Darmtrakt der Kaninchen ist somit darauf ausgelegt, alle benötigten Nährstoffe aus dieser rohfaserhaltigen Nahrung zu bekommen. Womit er aber überhaupt nicht umgehen kann, ist eine Menge von Kohlenhydraten. Die sind in Getreide und Getreideprodukten enthalten. Die Verdauung davon verändert die normale Darmflora und führt somit sehr schnell zu Verdauungsstörungen, die sogar tödlich enden können.

Trockenfuttermischungen sollten also ganz genau angeschaut werden, bevor sie verfüttert werden. Denn die meisten fertigen Mischungen sind leider ungesund und führen zu verschiedenen Erkrankungen. Ebenso ungeeignet sind die gepressten Leckerlis, Brot und Knabberstangen.

Will man seinem Kaninchen mal was besonders gutes tun oder braucht eine kleine Bestechung eignen sich zum Beispiel Erbsenflocken oder frische Kräuter.

Der Hauptteil der Tagesration sollte aus Frischfutter (ca 100g/kg Körpergewicht 2x täglich) bestehen. Dieses Grünfütter sollte den Kaninchen den ganzen Tag frisch zur Verfügung stehen. Kaninchen sind, wie oben schon erwähnt, darauf angewiesen immer wieder kleine Portionen über den Tag verteilt zu fressen. Können sie das nicht, sind Fehlgärungen vorprogrammiert. Sind die Kaninchen nicht in der Lage sich ihr Futter im Außengehege selbst zu suchen, muss dies vom Besitzer erledigt werden. Während des Frühjahres, im Sommer und im Herbst bietet es sich an sich das Grünfutter auf möglichst ungespritzten Wiesen selber zu pflücken. Im Winter muss man dann auf Blattgemüse (Bittersalate, Kohl, Spinat…), Gemüsegrün (Karottengrün, Kohlrabiblätter, Stangensellerie…) & Küchenkräuter ausweichen. Futter, welches nicht gefressen wurde, muss täglich aus dem Gehege entfernt werden. Außerdem sollten Zweige heimischer Bäume (z.b. ungespritzte Obstbäume, Weide, Birke, Haselnuss) und ein hochwertiges Heu immer zur Verfügung stehen.

Die Zähne der Kaninchen wachsen lebenslang. Daher sind Erkrankungen des Zahnapparates häufig. Diese entstehen zum einen durch angeborene Fehlstellungen (Kopf der Kaninchen wird immer kürzer gezüchtet um niedlicher auszusehen(Kindchenschema)), zum anderen durch eine fehlerhafte Fütterung. In vielen Fällen ist es sogar eine Kombination beider Ursachen. Die Zähne eines Kaninchens arbeiten wie Zahnräder. Das heißt sie passen perfekt zu einander und reiben sich gegenseitig beim Kauen ab. Ist nur eine Stelle so verändert, dass es nicht mehr genau passt, entstehen immer schlimmere Fehlstellungen und Probleme. Es kommt zu Zahnspitzen, die in die Zunge oder Wange stechen, zu massiven Überlängen und letztendlich zu Abzessen.

Kaninchenfütterung

Krankheitsablauf:

Kaninchenzähne wachsen in etwa 2,5-3mm/ Woche, wenn der Abrieb der Zähne zu gering ist (durch Fehlstellungen, falsche Fütterung, Schmerzen) wird die Zahnkrone zu lang und der Aufbissdruck steigt. Als Folge verbiegen sich die Zähne, was den Fehlbiss verstärkt. Außerdem führt der erhöhte Druck dazu, dass die Zähne nicht nur in Richtung Maulhöhle wachsen, sondern auch in den Kiefer hinein. Durch die wachsende Zahnkronenlänge öffnet sich das Maul passiv und es kommt zum sogenannten Kopfbiss. Am ehesten fällt den Besitzern (und leider auch vielen Tierärzten) eine Verlängerung der Schneidezähne auf. Die Ursache dafür liegt aber in 90% der Fällen im Backenzahnbereich!!!!

Welche Anzeichen sprechen für Zahnprobleme?

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    Gewichtsabnahme

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    Selektives Fressen oder deutliche Abnahme der Futtermenge (Tier will Fressen kann aber nicht)

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    verlangsamtes Kauen

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    Speichelfluss

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    Nasen- und Augenausfluss

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    Zähne knirschen

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    Durchfall

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    Auge steht weiter vor

Aber sehr häufig zeigen die Tiere leider gar keine Symptome. Daher muss bei einem kranken Kaninchen unbedingt eine bildgebende Diagnostik (Röntgen oder CT) gemacht werden um das Ausmaß der Erkrankung beurteilen zu können.

Kaninchenschnupfen

Atemwegserkrankungen beim Kaninchen – Kaninchenschnupfen“ ist ein komplexes Krankheitsbild. Die Seuche Kaninchenschnupfen oder doch nur eine Erkältung? Niesen, Nasenausfluss (oft nur durch schmutzige Vorderläufe erkennbar oder vermehrtes Putzverhalten!) sind meist Symptome einer Atemwegserkrankung. Im weiteren Verlauf kommen Fressunlust, Gewichtsverlust, Augenentzündungen, rasselnde Atemgeräusche, Schweratmigkeit und Apathie (starke Müdigkeit) hinzu. Leider versterben die Kaninchen dann sehr rasch. Da zum einen das Kaninchen durch die Krankheit geschwächt ist und sich die Infektion so im ganzen Körper ausbreiten kann und somit sie weiteren Problemen (Abzessen, Tränenkanalinfektionen, Ohrenentzündungen…) führen kann. Und zum anderen können die Tiere durch die selektive Futteraufnahme oder die Futterverweigerung schwer wiegende Magen-Darm Probleme bekommen.

Leidet ihr Kaninchen an oben genannten Symptomen, sollten sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dieser stellt durch eine genaue Untersuchung (was oft auch Röntgenbilder der Lunge und des Kopfes einschließt) fest ob es sich wirklich um ein Atemwegsinfekt handelt oder andere Ursachen (Zähne, Fremdkörper, falsche Haltungsbedingungen, Allergie) dahinter stecken. Beim Kaninchen unterscheiden wir die normale Erkältung, welche zum Beispiel durch Zugluft ausgelöst werden kann und den „richtigen Kaninchenschnupfen“ auch Rhinitis contagiosa cuniculi genannt. Dies ist eine hochansteckende Seuche welche durch verschiedene Erreger verursacht werden kann. Sollte der Tierarzt Kaninchenschnupfen feststellen, handelt es sich leider um eine sogenannte Multifaktoren Krankheit. Das bedeutet es sind viele Dinge an dem Krankheitsprozess beteiligt. Dies macht eine Heilung sehr schwierig. Meist ist es ein langwieriger Prozess und oft bleibt ein chronischer Schnupfen zurück. Umso wichtiger ist es, dass erkrankte Tiere   möglichst schnell einem fachkundigem Tierarzt vorgestellt werden. Vor allem da Kaninchen hauptsächlich durch die Nase atmen und somit eine eingeschränkte Nasenatmung für die Tiere eine massive Einschränkung bedeutet.

Je nach Schwere der Symptome ist eventuell ein Antibiotikum nötig. Es empfiehlt sich vor der Gabe eines Antibiotikums eine Nasenspülprobe zu machen und das gewonnene Sekret ins Labor zu schicken um eine Keimbestimmung inklusive Antibiogramm zu machen.

Bei der Behandlung des Kaninchenschnupfens gibt es 5 Säulen. Für eine gelungene Behandlung ist es nötig, alle 5 Säulen zu behandeln.

Um das Immunsystem aufzubauen und den Schleim zu lösen gibt es verschiedene Präparate und Kräuter (Salbei, Pfefferminze, Thuja, Oregano, Kapuzinerkresse, Spitzwegerich, Thymian, Kamille, Malven). Die Kräuter können entweder frisch oder getrocknet verfüttert werden. Es gibt auch richtige Kräutermischungen (z. B. Von Kaninchenwerkstatt, Kaninchenhofladen, Kaninchenladen) die verfüttert werden können. Oder Mann nimmt Mittel wie Rodicare Immun, Rodicare Pulmo, Brochchoplex welche die Kräuter verarbeitet haben.

Das A und O für die Erleichterung der Atmung ist das Sauberhalten der Nasenöffnungen und wenn möglich ein Entfernen des Schleimes. Um den Schleim zu lösen sollte die Luftfeuchtigkeit bei den Kaninchen auf keinen Fall zu gering sein. Außerdem eigen sich Inhalationen sehr gut um den teilweise zähen Schleim zu lösen. Sehr gut geeignet ist dafür der Pariboy mit dem sogar Medikamente vernebelt werden können. Eine andere Möglichkeit ist es das Kaninchen in eine Transportbox zu setzten und eine Schale mit kochendem Wasser davor zu stellen. Um den Dampf möglichst gut zu dem Kaninchen zu leiten deckt man das ganze mit einem Handtuch ab. Wichtig ist bei dieser Methode, das man unbedingt darauf achten muss, dass sich das Kaninchen nicht an dem heißen Wasser verbrüht! Je mehr Flüssigkeit das Kaninchen zu sich nimmt um so dünnflüssiger wird der Schleim werden. Die Flüssigkeitsaufnahme lässt sich durch das verfüttern von Frischfutter (Kräutern, blättriges Grün, Wiese) erhöhen. Zusätzlich kann man ungezuckerte Gemüsesäfte mit Wasser verdünnt anbieten.

Zugluft sollte unbedingt vermieden werden und bei bereits erkrankten Tieren kann eine Rotlicht oder auch UV Lampe sehr gute Unterstützung leisten.

Kastration

Bei der Kastration werden die hormonbildenden Organe (Hoden bzw. Eierstöcke) entfernt. Da Kaninchen Rudeltiere sind und keinesfalls alleine gehalten werden sollten, dient die Kastration zum einen der Verhütung aber auch dem friedlicherem Zusammenleben. Besonders Rammler neigen zu Rangordnungskämpfen wenn sie unkastriert zusammengehalten werden. Dabei können sich die Tiere so stark verletzen, dass es im schlimmsten Fall sogar zum Tod eines der Tiere kommen kann. Aber auch wenn die Tiere scheinbar friedlich zusammenleben kann es dazu kommen, dass das schwächere Tier gemoppt wird und so unter Dauerstress leidet was wiederum eine zu geringe Futteraufnahme und ein schlechtes Immunsystem zur Folge hat.

Rammler werden ungefähr mit der 12. Lebenswoche geschlechtsreif. Spätestens dann sollten sie also kastriert werden. Lebt der Rammler mit Damen gemeinsam ist zu beachten, dass bei der Kastration nach Eintreten der Geschlechtsreife bereits zeugungsfähige Samen gebildet worden sein können, welche im Samenleiter bis zu 4 Wochen gespeichert werden können. Das bedeutet der Rammler hat nach der Kastration sozusagen noch einen goldenen Schuss. Um Nachwuchs zu verhindern muss der Rammler also 4 Wochen von seiner Dame getrennt werden. Um diese Trennung zu vermeiden, ist eine Kastration in einem Alter von 8-10 Wochen empfehlenswert.

Wie schaut es aber nicht den Häsinnen aus? Früher wurden diese nicht kastriert, da zur Verhinderung von Nachwuchs es ja ausreicht, wenn die Rammler kastriert sind. Man war außerdem noch nicht so erfahren was die Narkosen von Kaninchen angingt, was ein hohes Narkoserisiko bedeutete. Heutzutage gibt es einige Tierärzte, die sich gut mit Kaninchen und anderen kleinen Heimtieren auskennen. Damit ist das Narkoserisiko bei solchen Ärzten auch nicht mehr wesentlich höher wie bei Hund und Katze.

Da unkastrierte Häsinnen durch den hormonellen Einfluss ein hohes Risiko für Erkrankungen und Tumore der Gebärmutter haben. Ist auch beim weiblichen Tier eine Kastration im ersten Lebensjahr anzuraten. Außerdem sind kastrierte Häsinnen häufig weniger aggressiv ihren Artgenossen und Menschen gegenüber. In Ausnahmefällen kann die Häsinn ab des 6 Lebensmonates kastriert werden. Der optimale Zeitpunkt ist allerdings zwischen dem 8 und 10 Lebensmonat.

Nach der Operation muss sichergestellt werden, dass die Häsinn nicht an der Wunde schleckt und siese auch sauber bleibt. Dies gelingt zum Beispiel mit einem Body. Außerdem ist es empfehlenswert, das Gehege wenn möglich nicht mit Einstreu sondern mit Handtüchern oder gepressten Pellets auszulegen um die Wunde vor Verschmutzungen zu bewahren.

Da Kaninchen nicht in der Lage sind zu erbrechen, brauchen sie nicht Nüchtern zum Kastrationstermin gebracht werden. Ganz im Gegenteil durch ihren speziellen Verdauungstrakt sind Kaninchen auf eine permanente Nahrungszufuhr angewiesen. Daher muss auch nach der Operation sehr gut darauf geachtet werden, ob das Kaninchen zu Fressen beginnt. Sollte es dies nicht tun, muss es mit speziellen Nahrungsmitteln (beim Tierarzt erhältlich)  zwangsgefüttert werden.

Blasenproblematik

Die Blase des Kaninchens liegt sehr tief im Becken. Dadurch ist die Harnröhre nicht der tiefste Punkt und das Kaninchen muss die Blase nach oben entleeren. Dies geschieht durch das aktive Zusammenziehen der Muskulatur. Wenn das Kaninchen sehr dick ist, reicht der aufgebaute Muskeldruck nicht aus um die Blase vollständig zu entleeren. Der ständig in der Blase verbleibende Restharn macht diese Tiere sehr anfällig für Blasenentzündungen. Außerdem bewegen sich dicke Kaninchen weniger was ein Absinken der Kalziumcarbonate begünstigt und so zu Blasengries oder sogar Blasensteinen führen kann. Um dies zu verdeutlichen kann man sich die Blase des Kaninchens als Schneekugel vorstellen. Das Kalzium ist der Schnee. Wird die Kugel geschüttelt verteilt sich der Schnee und kann im Falle des Kalziums ausgeschieden werden. Wird die Kugeln nicht bewegt sammelt sich der Schnee am Boden. Auch die Blase des Kaninchens muss also immer gut geschüttelt werden, damit es nicht zur Bildung von Harngries kommt. Dies geschieht beim Hoppeln. Ist das Kaninchen dick, hat zu wenig Platz oder bewegt sich aus anderen Gründen zu wenig, werden Blasenerkrankungen begünstigt.

Eine weitere Besonderheit des Kaninchens ist ihr Kalziumstoffwechsel. Durch die ständig wachsenden Zähne haben die Kaninchen einen recht hohen Kalziumbedarf (mind. 5g/kg Futter (Trochensubstanz)). Um diesen zu decken wird alles Kalzium, unabhängig vom aktuellen Bedarf, passiv aus dem Darm resorbiert. Der Überschuss wird dann über die Nieren wieder ausgeschieden. Das heißt ein hoher Gehalt an Kalziumcarbonaten im Kaninchenharn ist normal. Daher haben sie von Natur aus auch einen trüben Urin. Für die Ausscheidung ist aber ein hoher Gehalt an Flüssigkeit nötig. Daher ist es unerlässlich, dass von den Kaninchen genügend Flüssigkeit aufgenommen wird. Übers Trinken alleine kann dieser Bedarf nicht gedeckt werden!! Daher benötigen sie immer Frischfutter. Aber ein zu hoher Gehalt an Phosphor behindert die Aufnahme von Kalzium in die Knochen und Zähne. Dies hat Mangelerscheinungen und zu kalziumreichen Harn zur Folge. Eine ausgewogene Kaninchenration besteht also aus einem hohem Anteil an Frischfutter und hat ein Ca:P Verhältnis von 2:1. Im Internet oder speziellen Ernährungsbüchern findet man Listen mit dem Kalzium und auch Phosphorgehalt der unterschiedlichen Lebensmittel. Bekommt das Kaninchen viel frisches blättriges Grün ist der Kalizumgehalt allerdings sekundär (solange das Verhältnis zum Phosphor stimmt) da die Tiere dann genügend Flüssigkeit aufnehmen um das überschüssige Kalzium auszuscheiden. Problematisch wird es, wenn die Tiere viel Trockenes (Heu, Kräuter, Pellets, Saaten ect.) bekommen.

Wie erkennt man als Besitzer nun, dass das Kaninchen Blasenprobleme hat?

Die betroffenen Tiere haben häufig einen nassen Po. Dies ist besonders im Sommer gefährlich da es dann sehr schnell zum Befall mit Maden kommen kann. Außerdem pinkeln sie ständig kleine Mengen oft auch an ungewöhnliche Orte. Oft kann man beobachten, dass die Kaninchen den Hintern beim Pinkeln anheben und zum Teil sogar richtige Pressbewegungen machen. Zusätzlich kommt es durch die Schmerzen zu Fressunlust und Apathie. Manchmal zeigen betroffene Tiere auch Durchfall. Der Harn kann rot gefärbt sein. Dies ist allerdings nicht immer ein Zeichen für eine Blasenerkrankung, da verschiedene   Futterbestandteile (z.B. Karotten(grün), Löwenzahn, Haselnuss…..) oder Medikamente den Harn auch häufig rot verfärben. Zusätzlich kann bei Häsinnen auch auf Grund von Gebärmutterentzündungen Blut im Urin gefunden werden. Möchte man sich als Besitzer Gewissheit verschaffen ob der rote Harn physiologisch oder krankhaft ist, eignen sich die Combur Teststreifen aus der Apotheke. Eine andere Möglichkeit ist es den Harn auf einem Tuch trocknen zu lassen, verfärbt sich der Urin braun ist Blut drin. Das Problem ist, dass zu dem Zeitpunkt wo der Besitzer Symptome bemerkt, die Blase des Kaninchens meist schon stark vorgeschädigt ist. Der Blasenmuskel ist oft schon regelrecht ausgeleiert was ein vollständige Entleerung der Blase unmöglich macht und somit die Bildung von weiterem Blasenschlamm oder Blasengries begünstigt. Wir haben also einen Teufelskreis, der nicht mehr unterbrochen werden kann und ein chronisch krankes Kaninchen. Dies macht die Prophylaxe so wichtig!

Hier also nochmal zusammen gefasst was wir zur Vorbeugung machen können:

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    viel Frischfutter anbieten

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    ausreichend Bewegung (genügend Platz, Langeweile verhindern, Partnertiere!!)

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    Ca:P Verhälniss 2:1

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    Übergewicht vermeiden

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    genügend Trinknäpfe anbieten (Nippeltränken führen oft dazu, das die Tiere zu wenig trinken)

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    eventuell gewässerte Gemüsesäfte oder Blasentees anbieten um die Trinkmenge zu erhöhen (gilt vorallem für erkrankte Tiere)

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    Vitamin D ist ein wichtiger Bestandteil des Kalziumstoffwechsels und sorgt für den Einbau von Kalzium in Knochen und Zähne. Da es durch die Gaben von Vitamin Präparaten aber zu einer Überdosierung kommen kann sollte der Vitamin D Bedarf daher durch die Aufnahme an frischem Grün gedeckt werden. Dabei wird die Vorstufe des Vitamin Ds aufgenommen für die Umwandlung benötig der Körper UV. Das bedeutet bei Innenhaltung sollte den Kaninchen eine UV Lampe angeboten werden.

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    Verschiedene Kräuter unterstützen die Blasenfunktion ( Löwenzahn. Brennessel, frische Petersilie). Dies gibt es auch wieder verarbeitet zu kaufen (z.B. Rodicare Uro, Uroplex)

Man sollte bei Nieren- bzw. Blasenkranken Kaninchen auch immer daran denken, dass der Pararit E. Cuniculi häufig auch zu einer Nierenerkrankung führen kann.- Daher sollte im Zweifelsfall der E.c.- Titer durch eine Blutprobe bestimmt werden.

Stein in der Blase