REPTILIEN

Reptilienpatienten sind bei uns bestens aufgehoben. Die Praxis verfügt über komplette und modernste Ausstattung (Ultraschall, Röntgen, Videoendoskopie, Laserchirurgie etc.), Patientenstation für stationäre Behandlungen sowie Möglichkeiten für parasitologische, hämatologische und mikrobiologische Untersuchungen.

Proben für Kotuntersuchungen, die auch bei scheinbar gesunden Tieren regelmäßig, immer jedoch bei Neuzugängen (bevor sie vergesellschaftet werden!) durchgeführt werden sollten, sind möglichst frisch vorbeizubringen. Je frischer der Kot ist, umso aussagekräftiger ist die Untersuchung.

Reptilien Anmeldeformular
Untersuchung eines Reptils durch Fachärztin
Injektion bei einer Schlange

Distokie/Legenot

Eine Distokie, auch Legenot genannt, kann bei jedem Tier vorkommen, welches Eier legt.

Bei der Legenot unterscheidet man zwischen der

  • null

    Präovulatorischen Legenot/ Follikelstase und der

  • null

    Postovulatorischen Legenot

Bei der präovulatorischen Legenot reifen zu viele Follikel gleichzeitig. Es werden aber keine beschalten Eier gebildet. Dies passiert meist bei Tieren, welche zu früh Geschlechtsreif wurden sowie bei überdurchschnittlich gut genährten Tieren. Vielen Reptilien  bilden die Follikel vor der Winterruhe an. Die Eiablage erfolgt nach dem Aufwachen. Wird keine Winterruhe durchgeführt, kann es zu einer präovulatorischen Legenot kommen.

Bei der postovulatorischen Legenot finden wir beschalte Eier. Dies allein ist kein seltener Befund und rechtfertigt nicht die Diagnose einer Legenot. Nur wenn die Tiere zeitgleich weitere Krankheitssymptome zeigen, kann die Diagnose Legenot gestellt werden.

Es gibt viele mögliche Gründe für die Entstehung einer postovulatorischen Legenot. Dazu zählen:

 

1. Stress

Wenn das Weibchen durch Menschen oder Artgenossen gestört wird, kann sich die Eiablage verzögern. Bemerkt der Besitzer dies ganz zu Beginn, reicht eventuell es das Tier in einer ruhigen Umgebung mit  gutem Ablageplatz zu verbringen.  Dauert der Zustand zu lange an, entwickelt sich eine Legenot. Die Tiere werden apatisch und stellen die Futteraufnahme ein. In weiterer Folge werden die Tiere immer schwächer und es wird eine Operation nötig.

 

2. Falsche oder fehlende Ablagemöglichkeiten

Die Reptilien suchen sich ihren Ablageplatz genau aus. Wenn sie keinen geeigneten Platz finden, kommt es zu einer Legenot. Wichtig ist neben einem ruhigen Platz besonders auch ein geeignetes Bodensubstrat in dem gut gegraben werden kann und welches auch hoch genug sein muss. So benötigt das Jemenchamäleon eine Substatschicht von mindestens 25-30cm für die Eiablage.

 

3. Kalziummangel

Ein gravides Weibchen benötigt sehr viel Kalzium für die Eibildung und auch für die spätere Wehentätigkeit. Ein Mangel resultiert somit in einer Legenot.

 

4. Ein Missverhältnis zwischen Beckengröße und Ei

Besonders wenn die Tiere noch sehr jung sind, kann es dazu kommen, dass die Eier zu groß für das Becken des Muttertieres sind.

 

5. Erkrankungen des Legedarms

Entzündungen oder Strikturen können eine normale Eiablage verhindern.

 

6. Bei Vögeln sind Veränderungen der Eischale die häufigste Ursache für Legenot

 

Die klinischen Symptome einer Legenot sind vielgestaltig.

Bei Vögeln sehen wir häufig:

  • Aufplustern
  • Verminderter Appetit
  • Absetzen weniger großer, weicher Kothaufen
  • Vogel sitzt breitbeinig und wippt mit dem Schwanz
  • Nestbauverhalten
  • Atemnot
  • Blut im Stuhl
  • Lähmungserscheinungen

 

Bei Reptilien sind die häufigsten Symptome:

  • Verminderter Appetit
  • Aufgedunsener Bauch (bei der postovulatorischen können sogar Eier durch die Bauchdecke sichtbar sein)
  • Grabeversuche
  • Starkes Pressen, veränderte Haltung der Hinterbeine
  • Unruhe
  • Ausfluss aus der Kloake

Sollten sie eines dieses Symptome bei ihren Tieren entdecken, suchen sie unbedingt einen Tierarzt auf.